WanderreiterWeb    Intentions   

"Ein Weg ist nur eine Weg. Wenn du fühlst, dass du ihn nicht gehen willst, musst du ihm unter gar keinen Umständen folgen. Um so viel Klarheit zu haben musst du ein diszipliniertes Leben führen. Nur dann wirst du wissen, dass ein Weg nur ein Weg ist und dann ist es für dich und für andere keine Schande ihm nicht zu folgen ... Ist es ein Weg mit Herz? Wenn er es ist, ist der Weg gut; wenn er es nicht ist, ist er nutzlos. Beide Wege führen nirgendwo hin, aber einer ist der des Herzens und der andere ist es nicht. Auf einem ist die Reise voller Freude, und solange du ihm folgst, bist du eins mit ihm. Der andere wird dich dein Leben verfluchen lassen. Der eine macht dich stark, der andere schwächt dich."

Carlos Castaneda in "Die Lehren des Don Juan"

Worum geht es mir

Wie du schon der Startseite entnehmen kannst, hat mich die Leidenschaft des Wanderreitens mit Macht gepackt, seit ich zu einem Geburtstag um das Jahr 2001, 10 Reitstunden geschenkt bekam, und hat mich seither nicht mehr losgelassen.

Ich habe 3-4 Jahre Dressur gelernt bis mir das "im Viereck herum reiten" mit Schulpferden nichts mehr gebracht hat. Für mich hat das Reiten im Viereck durchaus seine Berechtigung als sehr gutes Mittel, den Umgang mit dem Pferd zu erlernen - aber, wie schon meine Reitlehrerin sagte, "das richtige Gefühl für ein Pferd erhältst du erst im Gelände".  Ich mag Zirkus nicht besonders und an Zirkus erinnert mich die "todernste" Dressur, wie Sie offiziell parktiziert wird, tatsächlich. Nichts gegen die erreichbaren Leistungen - jedoch hat das nichts mehr mit natürlichem Umgang mit dem Pferd zu tun.

Ein Pferd in seiner natürlichen Umgebung läuft auf der Suche nach Nahrung, nach den Gräsern, Kräutern und Baumblättern die es braucht um gesund zu sein, galoppiert um Gefahren auszuweichen und hält sich auf diese Weise physisch fit und gesund. Sein soziales Verhalten in der Herde sorgt für psychische Gesundheit. Da das alles in unserer zivilisierten Welt nicht mehr so möglich ist muss ich versuchen diesem Idealzustand so nahe wie möglich zu kommen und wenn mir das gelingt habe ich einen Freund als Partner der mir sein Leben anvertraut und den ich nicht enttäuschen darf. Diese Dinge kann ich genauso gut in jedem Gelände trainieren - also kein Viereck mehr.

Siehe hierzu auch das sehr informative Video auf Youtube, gesendet von 3sat Anfang 2011.

Der Dokumentarbeitrag gibt genau das wieder, das ich intuitiv beim Umgang mit Dressurpferden immer schon bemängelt, und versucht habe zu vermeiden (Stichwort: LDR - low deep round). Sicher wird ein, am langen Zügel gerittenes, Pferd nicht die Eleganz und die Leistung erbringen können aber in wessen Augen entsteht diese Eleganz? Sicher nicht in denen des Pferdes. Wenn ich reite dann mit einem Freund - nicht mit einem Knecht.

Ich verstehe Reiten als Mittel die Welt wieder unter den Füssen zu spüren - wir haben uns allzu sehr von ihr entfremdet.

Ein Glück für mich, dass meine Tochter ein tolles Pferd, praktisch selbst ausgebildet und nun durch Studium und andere Interessen keine Zeit mehr hatte, so dass ich in die Bresche springen "musste". Seitdem praktiziere ich "reiten satt" - so viel die Arbeit mir Zeit dafür lässt.

Schon immer hat mich Wanderreiten fasziniert, weil es eine perfekte Art ist, sich vollständig in der Natur zu bewegen und dennoch große Strecken zurücklegen zu können. Der Vorgang der nonverbalen Kommunikation mit seinem Pferd, ohne die richtiges Reiten nicht möglich wäre, ist ebenso faszinierend, was mir jeder Reiter bestätigen wird. Deshalb habe ich schon früh angefangen organisierte Trails in Österreich (meine erste Outdoor-Erfahrung hatte ich 2001, nach nur 4 Monaten Reitunterricht während eines 14 Tage-Reiturlaubes in Österreich - da habe ich schon mit der Super8-Filmkamera im Galopp gefilmt), Frankreich, Spanien Marokko und den USA mit zu reiten. Diese Trails sind meistens Campingritte bei denen man von Camp zu Camp reitet, teilweise bis zu 10-12 Stunden im Sattel. So werden in 11-13 Tagen bis zu 500 km zurückgelegt. Einziges Manko an dieser Art zu reiten - hat man sich gerade mit "seinem" Pferd arrangiert, ist zu einem guten Team zusammengewachsen, dann heißt es schon Abschied nehmen, was immer ein bisschen traurig ist.

Daher habe ich im Herbst 2007 begonnen mein Pferd, nachdem ich es aus dem Dressur/Turnierbetrieb übernommen hatte, zu trainieren, dass er mehr Ausdauer bekommt, auch mal 55km-Reittouren und 8-9 Stunden oder mehr, durchhält ohne Muskeln und Sehnen zu überlasten und bin im Frühjahr 2008 für 2 Wochen alleine in die Schweiz, ins Gebiet des Schweizer Jura / Franches-montagnes  gefahren. Dies ist das Zuchtgebiet der Freiberger Pferde und es gibt dort ein sehr schönes, wenn auch kleines, Reitgebiet mit markierten Reitwegen und der dazugehörigen Infrastruktur. Wir haben in 11 Tagen 350km zurückgelegt, miteinander und voneinander gelernt und sind gesund und topfit zurückgekommen!

Da ich sehr gerne und viel fotografiere und mich auch mit Webdesign gerne beschäftige, war irgendwann zwischen 2004 und 2005 die eigene Website über alles rund um das Wanderreiten logische Konsequenz. Dieses Projekt, anfänglich als reine Seite über meine geführten Reisen zu Pferd begonnen, hat sich im Laufe der Jahre zu einem, durchaus beachteten, "Portälchen" für Informationen rund ums Wanderreiten, um Outdoor-GPS-Navigation und anderes entwickelt. Augenblicklich (2021) verzeichnet die Site zwischen 30.000 und 35.000 Besucher und ca 120.000 Seitenaufrufe pro Jahr. Das ist letztendlich, für das Medium Internet immer noch keine gigantische Zahl aber für diesen Rand-Themenbereich und die Tatsache, dass ich keine Werbung mache schon beachtlich. Die Website umfasst zur Zeit mehr als 1000 Einzelseiten.

Heute verfolge ich das Ziel mit sinnvollen Informationen und vor allem mit schönen, aussagekräftigen Bildern einen Eindruck über die Regionen zu vermitteln die ich bereite, um diese zu fördern und mehr Leute in die Natur zu bringen. Letztendlich fördert jeder Bericht das Wanderreiten, die Infrastruktur in einer Region und verlagert auch ein wenig das Gleichgewicht der "Natursuchenden" zu Gunsten der "Pferdenarren". Lieber Pferde im Wald als rasende Radfahrer!

Ich habe schon einige Kontakte über meine Website mit anderen Wanderreitern knüpfen können und bin offen für jede, wie auch immer geartete, Idee zu gemeinsamen Unternehmungen.

Ihr dürft euch gerne bei mir melden

Harald Müller


Casanova