Abruzzi/It 

 



Eingang zur Casa Norina
 





Karte von "www.wanderreitkarte.de" / OSM.org



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Tja, das war unsere letzte große Reise in 2021. Ende Oktober in die Abruzzen - hört sich machbar an, liegt die Region doch auf etwa 100m Meereshöhe und in Höhe der Cote d'Azure - also wohl warm genug. Das war jetzt der dritte Versuch diese Reise zu machen, 2 mal mussten wir 2020 wegen Corona verschieben, jetzt hat es endlich geklappt. Die Anfahrt ist echt lang, vor allem die Autobahnen werden Richtung Süditalien immer gewöhnungsbedürftiger. Einmal bin ich nicht durch die Mautschranke gekommen da ich zu blöd war mit Visa zu zahlen (oder die Automaten sind zu blöd korrekt anzuzeigen wo die Karte rein muss - ich kann ja meine Visacard nicht in jeden Schlitz stecken, nachher ist sie weg!) also musste ich mit Bargeld bezahlen und das Wechselgeld landete eher auf dem Boden und ich bekam die Fahrertür nicht auf, da zu dicht am Automaten und als ich alles wieder eingesammelt hatte ging die Schranke wieder zu. Glücklicherweise waren gerade Techniker da die mir die Schranke nach langer Diskussion geöffnet haben. Es gab einen kleinen Tumult in der Schlange hinter mir! Das war so etwa gefühlt um 10 Uhr abends ....

Die Unterkunft war super schön gelegen, mitten in der Olivenhainlandschaft, leicht hügelig. Wir haben, wegen der Corona-Problematik mit Halbpension gebucht und das war das Beste, Pias Mann ist kochtechnisch sehr begabt und da wir ohne Impfpass nicht hätten essen gehen können, war das perfekt. Zum Selbstkochen einkaufen ist hier eine eher aufwändige Angelegenheit weil der Weg zu den Supermärkten relativ weit ist und wenn man viel reiten möchte ist das eher schwierig. Pia hat für mich gpx-Tracks gesammelt da ich aus Italien immer das Problem des schlechten Kartenmaterials kenne. Sie ist hier voll integriert in die Region und in die hiesige Pferdewelt, sehr nett und reittechnisch absolut kompetent, betreibt eine Reitschule, Pferdeausbildung, Physiotherapie für die eigenen und für Pferde eines "Reitstalles" bzw. privater Personen.

Ihr Reitstil geht, ohne es genau zu wissen, eher in Richtung der akademischen Reitweise (meine Einschätzung). Ich hab's nicht so mit Reitstilen - "Reiten ist (fort) bewegen mit Pferd, möglichst ohne dieses zu sehr zu behindern",  wie man dabei aussieht ist eher nebensächlich, Kommunikation, Teambildung, Ausdauer, Freude am Tun, also das Ergebnis zählt - ). Da die Anfahrt hier runter schwerlich von Leuten mit dem eigenen Pferd aus Deutschland angegangen wird - ich war der erste - sind ausreichend gute Pferde verfügbar wenn Leute ohne eigenes Pferd zum Reiten kommen. Pia bietet organisierte Mehrtagestouren, auch im Hochgebirge an, allerdings nicht in der kalten Jahreszeit.

Kontaktseite auf Facebook oder hier (Suche nach Casa Norina). tel +39 328 701 3219 (auch whatsapp), salve@casa-norina.com - Übernachtungsmöglichkeit beim Runterfahren in Afens (hinter Brenner): Bacherhof

Reittechnisch ist das Gelände in der näheren Umgebung eingeschränkt tauglich. Wir hatten eh nur eine gute Woche hier, damit ist das Repertoire aber ausgereizt - aber ich bin da auch sehr verwöhnt von interessanten Landschaften. Wir hätten, bei längerem Aufenthalt, mehr mit dem Hänger fahren können aber dagegen sprach die Jahreszeit - einfach zu wenig Licht um die weit entfernten Gegenden zum interessanten Reiten zu erreichen. Das liegt nicht nur an den Entfernungen sondern auch an den katastrophalen Straßen, schlecht und extrem kurvig, wodurch man nicht vorwärts kommt und eben an der "Winterzeit".

Das Gelände ist hier unten, wie schon erwähnt, hügelig, es gibt einige flache "Schluchten", schon interessant zu reiten aber irgendwie sieht alles ein bisschen sehr ähnlich aus, daraus resultieren dann auch zu wenige ausreichend schöne Bilder von den 2 Touren und einem Ritt am Adriastrand. Jetzt im Herbst waren sehr viele riesige Felder in Hanglage komplett gepflügt, darüber oder daneben benutzte Pfade waren teilweise weg und schön aussehen tut es auch nicht. Bei allen Ritten im Inland, zwischendurch auch immer wieder längere Teerstraßenabschnitte. Ich wollte unbedingt in die Berge und vom Schnee her war es aktuell machbar - es lag, so weit ich weiß, im Spätsommer 2021 schon Schnee in den Bergen. Nun, unsere Bergtouren waren sehr schön, die einzigen mit vielen Bildern bloß die Tracks, die Pia mir gegeben hatte, führten halt hoch und wieder runter, Rundstrecken waren schwer zu finden und das allerhinderlichste war eben die Jahreszeit. Mit eineinhalb Stunden Anfahrt und dann 5-6 Stunden Ritt wird es dann kalt und auch kommt man sehr nahe an die Dämmerung - vielleicht hätten wir um 6 aufstehen sollen und um 7 in die Berge fahren - aber ich dachte eigentlich es sei Urlaub und ich habe auch die Schwierigkeiten, die die Ritte verzögert haben, nicht richtig eingeschätzt.

Wir haben 2 Ritte von der Casa Norina aus gemacht, diese waren teilweise improvisationsfreudig, waren doch Wege einfach weggepflügt und ein Passieren mehrmals schwierig. Die Tracks gingen nicht immer über Wege sondern führten auch durch Olivenhaine und über/zwischen Feldern entlang. Der Strandritt war, na ja, halt ein Strandritt. Jetzt im Oktober war es kein Problem wir hatten auch eher eine Gegend ohne Badestrand ausgewählt, aber 3 km hin und 3 km zurück...

Die beiden Ritte in die Berge haben einzelne Seiten und da berichte ich mehr darüber. Der eine sollte von 1200 Metern hoch zum Gipfel des pizzo di Moscio (2411m) gehen, von dessen Spitze, die man leicht mit Pferd erreichen kann, hätte man theoretisch in 140km Luftlinie Rom und das Mittelmeer auf der einen Seite und die Adria auf der anderen Seite sehen können. Aber ich musste die letzten 2,3km abbrechen, es wurde mit jedem Meter höher, kälter und uns hätten die dafür nötigen eineinhalb Stunden auch am Ende gefehlt. Wir hatten mit jedem Meter Höhengewinn einen immer heftigeren eiskalten Sturm, der nur noch genervt hat und in der Ferne drohte auch eine sehr dunkle Regenwolke. Aber es war, auch mit dem Abbruch ein wirklich eindrucksvoller Bergritt. Der zweite Ritt in die Berge führte nicht so hoch hinaus und ich hätte ihn auch zu einem Rundritt umfunktionieren können aber vielleicht wäre das zu weit gewesen. Ich sehe es nur jetzt auf der Karte und habe es nicht versucht. Hoch sind wir über teilweise schwer sichtbare Pfade, runter habe ich dann eine Variation eingezeichnet die uns aber auf eine ziemlich verrammelte Pferdekoppel geführt hat - das gab dann eine kurze Diskussion mit unserem Spanier. Hat aber letztlich funktioniert.

Es war Ende Oktober insgesamt schweinekalt, trotz der niederen Höhe und des eigentlich günstigen Breitengrades. Auch im Appartement wurde es nicht wirklich warm, mit Hilfe von stundenweiser Zentralheizung, Elektrogebläse und einem, beim Anheizen extrem qualmenden Holzofen, war es eher weniger gemütlich. Vermutlich liegt das an den extrem hohen Bergen im Inland und den daraus folgenden extrem kalten Fallwinden - aber ich weiß es nicht. Jedenfalls habe ich aus der Reise etwas gelernt - niemals ab Oktober in die Abruzzen fahren, ich denke das gilt bis April/Mai. Ich war auch schon mal im April in der Toscana, da haben wir das gleiche Kälteproblem gehabt - eigentlich schwer verständlich, ich dachte es wird immer wärmer...

Jetzt die Bilder die keine eigene Seite fanden. Die Tracks aller Ritte sind im Download enthalten und es sind folgende Strecken (ohne Pausen):

Tag 1 - Rundritt von der Casa Norina aus: 14,7km - 3h 23' - 578m
Tag 2 - Rundritt von der Casa Norina aus:   21,4km - 4h 54' - 763m
Tag 5 - Strandritt bei Roseto del Abruzzi:    6,0km - 0h 57' -   30m
   
Tag 3 - zum pizzo di Moscio: (15,9km) 11,3km - 3h 07' - 695m
Tag 4 - zum Lago di Compotosto: 16,4km - 4h 24' - 756m


so sehen fast alle Straßen hier aus


Nähe Santa Lucia


seltsame Sandsteinformationen unterhalb von Notaresco





Hügellandschaft über der Küstenebene Nähe von Villa Scarpone


Villa Scarpone


Strandritt - typisch italienisches "Bauwerk" am Strand - war wohl nix!


Casanova muss ins Meer - auch wenn er nicht erfreut ist


Cantinero NEIN!


Endpunkt des kurzen Strandrittes vor Roseto Degli Abruzzi

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